Was bedeutet Springerpool?

Der Springerpool hat als Ziel ausgefallene oder abwesende Mitarbeiter durch einzelne Pflegekräfte (die Springer) bei Ausfällen zu ersetzen. So sollen Personalengpässe planbar und kontinuierlich kompensiert werden, damit (im Idealfall) immer für Ersatz gesorgt ist. Das Konzept wird in verschiedenen Bereichen des Krankenhauses eingesetzt.

So ein Mitarbeiterpool im Krankenhaus hat als Ziel die Pflegedienstleitung beim Ausfallmanagement (einer meist nervenaufreibenden Arbeit) zu unterstützen.

Zudem sind Springer aus dem eigenem Mitarbeiterpool passender und günstiger als externe Zeitarbeitskräfte von Agenturen.

Das Konzept Springerpool kurz erklärt

Der Springerpool kommt zum Einsatz, wenn Pflegekräfte ausfallen. Mit Hilfe des Springerpools kann die Pflegedienstleitung (PDL) abwesende Pfleger besser ersetzen. Springer sind keinem Bereich zugeordnet und vertraglich dazu verpflichtet auf verschiedenen internen Stationen einzuspringen. Somit müssen keine externe Pflegekräfte angeschafft werden. Mit dem Einsetzen des Springerpools werden verschiedene Mehrwerte geboten:

  • Die Klinik muss weniger teure Zeitarbeitskräfte einstellen/bestellen
  • Stationen müssen keine Betten mehr mangels Pflegekräfte schließen
  • Pflegedienstleitungen sparen Zeit, da es weniger aufwändig ist Ersatz zu finden, zumal Springer sofort und spontan eingesetzt werden können

Allerdings erfolgt dieser Einsatz Prozess noch manuell, aber dazu gleich mehr…

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Womit muss ich als Poolmitarbeiter rechnen?

springerpool veranschaulichungen

Als Poolmitarbeiter gibt es aus der Anstellung im Springerpool Vor- und Nachteile. In diesem Absatz werden wir die Eigenschaften eines Poolmitarbeiters veranschaulichen.

Als Mitglied des Mitarbeiterpools ist die Vergütung im Vergleich zu regulären Pflegekräften (im Stationsbetrieb) meist höher, hinzu kommen sehr flexible Arbeitszeiten. Poolmitarbeiter können bei der Angabe ihrer Dienstschicht Wünsche äußern, z. B. nur in der Frühschicht einzuspringen. Durch das häufige Wechseln von Station zu Station lernen Poolmitarbeiter viele unterschiedliche Arbeitsweisen und -methoden kennen. Dadurch eignen sich Poolmitarbeiter ein gewisses Fachwissen in vielen verschiedenen Bereichen an. Darüber hinaus kommen sie mit einer Vielzahl unterschiedlicher Pflegekräften in Kontakt.

Jedoch hat eine Anstellung als Poolmitarbeiter auch manche Kehrseiten. Ein Poolmitarbeiter wird oft in verschiedenen Bereichen innerhalb des Krankenhauses eingesetzt. Somit wird das Fachwissen selten vertieft, da ständig die Dienstabläufe wechseln. Somit können sich Springer nicht in eine bestimmte Richtung spezialisieren.

Zudem müssen sich Pfleger nicht nur an die unterschiedlichen Arbeitsweisen anpassen, sondern auch an die jeweiligen Mitarbeiter auf den Stationen (Stichwort: Kommunikation der Mitarbeiter in Krankenhäuser). Durch das häufige Wechseln zwischen Stationen, müssen auch Pflegeteams in denen sich der Pfleger wohl fühlt immer wieder verlassen werden. Überdies wird die Zugehörigkeit und Integration zu einem bestimmten Team nicht erreicht.

Pflegekräfte müssen sich entscheiden was ihnen lieber ist. Als Poolmitarbeiter gibt es viele Anreize. Jedoch hat diese Beschäftigung auch Nachteile.

Zuletzt werden Poolmitarbeiter insgesamt gerne gesehen, da sie häufig in letzter Not einspringen und das Bestandspersonal entlasten.

Wieso ist das Thema so relevant?

Zur Veranschaulichung: In manchen Unikliniken sind bei 3.000 eingestellten Pflegekräften, ca. 450 über alle Stationen verteilt als Reserve eingeplant (nach eigenen Befragungen).  Denn ca 15% der Pfleger in diesen Kliniken fallen statistisch gesehen aus.

Wenn Sie wissen wollen, was die genaue Diagnose der ausfallenden Pflegekräfte ist, dann klicken Sie hier.

Die Herausforderung besteht darin, dass nie genau 15% pro Station ausfallen und es daher immer zu viel oder zu wenige Pflegekräfte in den Stationen gibt. Ein Einsatz eines Stationsmitarbeiters in einer anderen Station, in der es einen Ausfall gibt, ist praktisch jedoch schwierig. Die Mitarbeiter wechseln ungern (auch temporär), kennen sich nicht aus und arbeitsrechtlich besteht kein Zwang “zu springen”.
Der Springerpool kann Abhilfe schaffen, da er diese Diskrepanz ausgleichen kann. Durch die Verlagerung oder zusätzliche Bereitstellung eines Anteils der als Reserve geplanten Stellen in einen Pool, kann somit über die gesamte Klinik hinweg eine bessere Stationsbesetzung erreicht werden.

Der Aufwand um Ersatz zu finden ist trotz des Springerpool-Konzepts sehr hoch, da ein Großteil immer noch manuell gemanaged wird. So ist die Abstimmung und Bereitstellung von passenden Pflegekräften unzuverlässig, da die Stationsleitung gar nicht weiß, was gebraucht wird. Außerdem können die Springer nicht sofort loslegen, da sie erst eingearbeitet werden müssen – sie müssen sich oft ein sehr langes Dokument durchlesen oder viele Fragen stellen, was das Bestandspersonal von der Arbeit abhält.

Um diese Probleme zu lösen haben wir ein System erstellt, dass den Ausfall Prozess für Springer und Stationsleitung automatisiert und vereinfacht. Sehen Sie sich die Lösung genauer an!

Aus welchen Gründen melden sich Pflegekräfte Arbeitsunfähig?

Die Arbeit als Pflegekraft ist mit hohen psychischen und körperlichen Belastungen verbunden. Wir fassen Ihnen zusammen, welche Diagnosen am Häufigsten gestellt wurden.

Die häufigsten Ursachen, weswegen Pflegekräfte ausfallen (1)
Diagnose gurppe (ICD-10)Anteil an AU-Fällen in %Dursch. AusfalltageAnteil an AU-Tagen in Prozent
Muskel-Skelett14,3821,1320,52
Psychische Störungen7,393416,98
Atemwegserkrankungen22,37,3911,63
Hez-Kreislauf-Erkrankungen3,8820,545,39
Sonstige Unfälle4,417,815,29
Nerven-/Sinneserkrankungen4,9814,474,87
Verdauung7,948,044,32
Neubildungen1,4541,044,02
Infektionen9,575,983,87
Stoffwechselerkrankungen2,4219,13,12
Urogenitalerkrankungen2,9211,242,22
Arbeitsunfälle0,9922,731,52
Hauterkrankunge1,313,721,2
Sonstige Erkrankungen15,0815,05

(1) Quelle: bgf Institut