Was Sie bei der Digitalisierung im Krankenhaus beachten sollten

Ein umfassender Leitfaden

Die Digitalisierung im Krankenhaus umfasst weitaus mehr als nur die Einführung der elektronischen Patientenakte. Sie hat für Krankenhausmanager und Pflegedirektoren strategische Bedeutung, allerdings steht sie erst in den Startlöchern. Auf welche wichtigen Punkte Sie bei der Digitalisierung in Ihrem Klinikum achten sollten, erklären wir Ihnen hier.

Digitales Klinikum

Was sollten Sie nicht tun?

Alleinige Einführung eines KIS

Viele Einrichtungen verlassen sich heutzutage einzig und allein auf das sogenannte Krankenhausinformationssystem (KIS). Das KIS beschäftigt sich mit der Verarbeitung und Wiedergabe jeglicher medizinischer jedoch auch administrativer Patientendaten und ist vielerorts nicht mehr aus der Klinik wegzudenken.

Das hat natürlich auch einen Grund. Oftmals ist das KIS das Herzstück der Krankenhausorganisation. Nicht nur Patientendaten, auch Abrechnungen, Verrechnungen innerhalb des Krankenhauses und alle anderen erfassbaren Daten: alles läuft über das KIS. Da das System eben viele Vorteile bietet und es sich deswegen als das Haupt-Softwaretool der letzten Jahre etabliert hat, denken viele Einrichtungen, das KIS als einziges System sei ausreichend und verlassen sich einzig und allein darauf und auf die Innovationen der entsprechenden Anbieter.

Heutzutage reicht das jedoch nicht mehr, um langfristig digital aufgestellt zu bleiben.

Leider sind die Systeme und Softwares heutiger KIS-Anbieter häufig veraltet und dementsprechend langsam.

 

85%

des Krankenhauspersonals bewertet die Unterstützung des KIS bei klinischen und pflegerischen Entscheidungen mit mittelmäßig bis schlecht

80%

des Krankenhauspersonals bewerten Cloud und mobile Fähigkeiten des KIS mit „wichtig“ oder „sehr wichtig“

Nur 6

namenswerte Anbieter sind in Deutschland vertreten. Der KIS Markt ist dementsprechend sehr überschaubar.

Quellen: Deloitte, KMA

Das KIS hat keine Funktionen um intelligente Empfehlungen aus Datenanalysen abzugeben, es sind keine cross-system Vernetzungen aufgrund geschlossener Schnittstellen möglich und das System ist nicht für Mobile Endgeräte optimiert. Es kann demnach nur vom Stations-PC aus gearbeitet werden und die Möglichkeit am sogenannten point-of-care, in dem Fall dem Patientenbett, zu arbeiten, ist hier nicht gegeben.

Wir bei Cliniserve bieten Ihnen hier eine Alternative, um direkt am Point-of-care zu arbeiten. Ohne Integration, mit transparenten Preisen und einfacher Bedienung.

Sich auf Ihren KIS Anbieter verlassen und warten bis er liefert

Ist ein Krankenhaus abhängig vom KIS, ist es auch abhängig von dessen Anbieter. Oftmals sind diese in ihrer Weiterentwicklung aufgrund ihrer Systemgröße und auch aus Gründen wie Sicherheit und Datenschutz äußerst langsam.

Das KIS ist – wie schon erwähnt – häufig veraltet und nicht alle Prozesse können darin digitalisiert werden.

Was sind also die Alternativen zum KIS?

Vorab: Das KIS vollständig zu ersetzen ist keine Lösung. Das KIS hat natürlich aufgrund der vielen Funktionen eine absolute Daseinsberechtigung in Krankenhäusern und ist nicht umsonst das Softwaretool Nummer 1 der Krankenhausorganisation. Ein KIS allein reicht jedoch heutzutage nicht mehr aus. Sie wollen wissen, welche Software ein Krankenhaus von heute ebenfalls integrieren sollte, dann lesen Sie gerne mehr Informationen dazu in unserem Software Guide für Kliniken:

Voraussetzung für die Digitalisierung

WLAN in der Klinik

Grundlegend braucht ein Krankenhaus eine flächendeckende Internetverbindung, um überhaupt mit der Digitalisierung anfangen zu können.

Damit digitale Systeme wie beispielsweise Cliniserve ohne Probleme und einwandfrei genutzt werden können, braucht das System eine Verbindung mit dem Internet. Ein WLAN über das ganze Krankenhausgelände ist dabei ausreichend. Für viele klingt das selbstverständlich, leider ist es aber immer noch kein Standard in Deutschland.

Häufig sind die WLAN Anbindungen auch nur auf dem Papier flächendeckend, gerade in Stationszimmern oder unterwegs offenbaren sich in der Praxis Lücken die zu verspäteten Nachrichten- und Aufgabenübermittlungen führen.

75%

der Krankenhäuser bieten ein fläschendeckendes WLAN nach einer Studie des deutschen Krankenhaus Instituts

Sie wissen jetzt, dass ein KIS alleine und eine Internetverbindung nicht ausreichen, um ein Krankenhaus zu digitalisieren. Wo sollten Sie nun anfangen?

Wie wichtig eine langfristige Digitalisierungsstrategie ist und worauf Sie achten sollten

Wie kann man sich sicher sein, was zu tun ist, wenn man es davor nicht geplant hat. Bei der Digitalisierung Ihres Krankenhauses ist es genau so. Sie sollten nicht starten und viel investieren, wenn Sie sich nicht langfristig über den Ablauf Gedanken gemacht haben.

Um eine erfolgreiche digitale Transformation (mehr als Digitalisierung) durchzuführen sollten Sie beim Aufstellen Ihrer Strategie auf Folgendes achten:

Unterschied zwischen Digitale Transformation und Digitaliserung

Digitaliserung ist der Prozess analoge Medien in digitaler Form verfügbar zu machen.

Digitale Transformation erstreckt sich viel weiter. Sie bezeichnet den gesamten Veränderungsprozess (Technologie, Kultur, etc…) in einem Unternehmen, der durch die Einführung neuer Technologien erzeugt wird.

4 Faktoren für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie Ihres Krankenhauses

Die Patienten und die Pfleger in den Mittelpunkt stellen

Binden Sie den Patienten in Ihre Digitalisierungsstrategie mit ein. Ihr Patient soll nämlich genauso davon profitieren, wie Sie. Ihm soll ein angenehmer Aufenthalt in Ihrem Krankenhaus angeboten werden.

Auch die Bedürfnisse der Pflegekräfte müssen berücksichtigt werden. Angesicht des aktuellen Pflegenotstands in Deutschland müssen diese im Alltag entlastet werden. Wenn es mit neuen Mitarbeitern nicht klappt, weil es der Markt einfach nicht zulässt, dann bietet die Digitalisierung eine verwirklichbare Alternative.

Offen sein für erstmal nicht naheliegenden Technologien

Versuchen Sie gute Ideen auch außerhalb Ihres Krankenhausalltags zu finden. Klingt einfach, ist es aber nicht, denn das Angebote ist ziemlich überschaubar. In anderen Industrien gibt es eine Vielzahl an Angeboten. Neue Softwares, neue Maschinen, Apps, etc… die Liste ist lang. Es gibt viele innovative Lösungen außerhalb des Gesundheitswesens, von denen Ihr Krankenhaus profitieren kann. Dabei ist ein gutes Verständnis Ihrer Probleme entscheidend, damit Sie sich nahelegende Lösungen aussuchen können, die für Ihre Situation einen Mehrwert bieten.

Karikatur Digitaliserung in deutschen Krankenhäuser

Aus den gewonnenen Daten Lernen

Alles dreht sich am Ende um Zahlen. Das ist zwar ein abgedroschener Spruch, aber er lässt sich wunderbar in Ihre Planung mit einbeziehen. Sie sollten in Ihrer Strategie festlegen, wie Sie mit den gesammelten Daten in Ihrem Klinikum umgehen wollen. Welche gilt es zu berücksichtigen? Welche Prozesse profitieren von den Daten? Welche Daten sollten Sie sammeln, um Abläufe zu optimieren? Welche Systeme kann ich nutzen, die entsprechende neue Daten liefern? Muss ich dafür Systeme integrieren, und wenn ja über welche Schnittstellen?

Ein Krankenhaus produziert im Jahr durchschnittlich 100 Terrabyte an Informationen. Nutzen Sie diese schon zur Optimierung Ihrer Prozesse? Wir können Ihnen dabei helfen.

Den kulturellen Wandel berücksichtigen

Firmen im Gesundheitswesen liegen in der Digitalisierung etwas zurück. Neue Technologien führen zu einer anderen Arbeitsatmosphäre. Ihre Mitarbeiter sind diese einfach noch nicht gewohnt. Deshalb planen Sie in Ihrer Strategie Prozesse ein (zum Beispiel Schulungen oder eine positive Fehlerkultur), die die Akzeptanz der Digitalisierung fördern.

Vergessen Sie nicht, dass kultureller Wandel, Digitalisierung und Akzeptanz keine abgeschlossenen Bereiche sind, sondern sich ergänzen.

Kultureller Wandel in Unternehmen

Tipps für die Umsetzung in Ihrem Klinikum

Alle Stationen auf einmal zu digitalisieren ist auf Grund der Skalen, Anzahl betroffener Mitarbeiter und Investitionen schwierig. Fangen Sie doch stattdessen klein an. Auch im Gesundheitswesen ist das möglich.

Wenn Sie auf der Suche nach einer Software sind, achten Sie darauf, dass man Sie nicht zwingend sofort in Ihre Systeme integrieren muss. Suchen Sie sich zuerst simple Prozesse in einzelnen Funktionsbereichen und fangen Sie da an zu digitalisieren. Diese Lösungen testen Sie und können anschließend entscheiden, ob Sie diese langfristig im vollem Umfang in Ihrem ganzen Krankenhaus anwenden/integrieren wollen. Damit gehen Sie sicher, dass teure und zeitaufwändige Integrationen nicht umsonst waren, weil die Lösungen nicht wie zuvor versprochen das liefern was Sie erwartet haben.

Cliniserve ist ohne Integration einsätzbar

Was Sie sich merken sollten

Tipps für eine erfolgreiche Digitalisierung Ihres Krankenhauses

  • Ein KIS allein

    Ein KIS alleine reicht heutzutage nicht aus, um Ihr Krankenhaus zu digitalisieren

  • Digitalisierungsstrategie

    Eine Digitalisierungsstrategie ist unabdingbar: stürmen Sie nicht einfach darauf los. Planen Sie, um Fehlinvestitionen zu vermeiden

  • Wichtige Punkte der Strategie

    Lernen Sie aus Ihren Daten, achten Sie auf die Akzeptanz der Mitarbeiter und stellen Sie den Patienten in den Mittelpunkt

  • Klein anfangen

    Erst grundlegende Methoden in einzelnen Funktionsbereichen digitalisieren, evaluieren und dann integrieren.