Digitalisierung der Krankenhäuser im EU-Vergleich

Die Digitalisierung bietet für Deutschland ein sehr großes Potential, um Prozesse zu optimieren und ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen – von der Schule bis zum Gesundheitswesen. Jedoch zeigt  der allgemeine Digitalisierungsindex DESI aus dem Jahr 2021, dass Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz 11 liegt.

 

Gerade der Pflegebereich im Krankenhaus hinkt in der Digitalisierung hinterher. „In nur 27 Prozent der Krankenhäuser ist die Arbeit der Pflegekräfte digitalisiert“ (ärzteblatt). Zudem werden gerade Krankenhäuser durch die Corona Pandemie auf die Probe gestellt. Es hat sich gezeigt, dass die Kombination aus dem massiven Pflegenotstand und der mangelnden Digitalisierung ein großes Problem darstellt. Denn gerade bei der zunehmenden Arbeitsverdichtung der Pflegekräfte durch analoge Prozesse kosten doppelte Laufwege, lange Telefonketten und komplizierte Schichtbesetzungen viel Zeit und zeigen die Missstände im Krankenhaus.

Wie sieht es in Deutschland aus?

 

Die Digitialisierungder Krankenhäuser in Deutschland bietet noch sehr viel Potenzial. Eine Initiative in die richtige Richtung zeigen Projekte wie das Krankenhauszukunftsgesetz. Das Krankenhauszukunftsgesetz ist ein Investitionsprogramm vom Bund zur Digitalisierung der Krankenhäuser. Welche Förderpunkte Cliniserve abdeckt, erfahren Sie hier –  KHZG.

 

Auch können die digitalen Lösungen TEAM und CARE über die pflegeentlastenden Maßnahmen im Rahmen des Pflegekräftestärkungsgesetzes refinanziert werden. Pflegeentlastende Maßnahmen können genutzt werden, um beispielsweise Servicekräfte oder auch Softwarelösungen, die die Pflege auf Krankenstationen nachweislich entlasten, zu refinanzieren. Dabei können bis zu 4 % des Pflegepersonalbudgets zusätzlich abgerechnet werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu den pflegeentlastenden Maßnahmen

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

 

Nimmt man wieder den allgemeinen DESI von 2021, lässt sich erkennen: Finnland, Schweden und Dänemark belegen im europäischen Vergleich im Bereich Digitalisierung im Gesundheitswesen die Spitzenplätze. Doch was genau machen sie anders?

 

Generell lässt sich festhalten, dass nach EU-Angaben rund 50 Prozent der finnischen und 42 Prozent der dänischen Bevölkerung bereits eHealth-Services (z.B. Telesprechstunden) genutzt haben. Deutschland landet in diesem Vergleich auf dem vorletzten Platz mit unter 10 Prozent. Das liegt an mehreren Faktoren, wie zum Beispiel der Bereitschaft solcher Services zu nutzen.

 

Nun aber zu den konkreten Dingen, die Skandinavien anders machen: In Schweden, Finnland und Dänemark findet man fast flächendeckend den Einsatz des e-Rezepts. Dänemark ist im Austausch von Gesundheitsdaten auf Platz 1. Primärer Grund dafür ist das nationale Gesundheitsinformationsportal sundhed.dk  und die Datenbank Shared Medication Record (SMR). Sundhed.dk beinhaltet alle Kontakte eines Patienten mit dem öffentlichen Gesundheitswesen inklusive aller Diagnosen, Behandlungen, Operationen, Medikationspläne und Laborwerte. Damit ist Sundhed.dk die Schnittstelle für alle Digital-Health-Anwendungen.

 

In der SMR Datenbank sind alle Medikamentenverschreibungen eines Patienten und dessen Impfstatus gespeichert. Dadurch kann jeder Beteiligte im Gesundheitswesen (Krankenhaus, Labor,…) auf die relevanten Daten in Echtzeit zugreifen.

Zudem ist die Pflege in Skandinavien nicht so stark überlastet, wie in Deutschland: In Deutschland werden 13 Patienten von einer Pflegekraft betreut. In Schweden hingegen sind es nur knapp 7. Das liegt vor allem daran, dass Länder wie Schweden mehr Pflegekräfte haben. Die Ursache dafür ist ein attraktiveres Berufsbild durch höhere Bezahlung und mehr Wertschätzung in der Gesellschaft.

Digitalisierung in den Niederlanden

 

Dicht auf Skandinavien folgend kommt die Niederlande. Auch diese liegen in der Digitalisierung des Gesundheitswesens vor uns: Der Anteil der IT-Investitionen in niederländische Krankenhäuser liegt bei rund 3,5 Prozent pro Jahr. Mit nur 1,7 Prozent geben die deutschen Krankenhäuser derzeit etwa die Hälfte aus. Durch doppelt so hohe Investitionen haben niederländische Krankenhäuser mehr Möglichkeiten in IT-Projekte zu investieren. Dementsprechend müsste sich auch etwas in der Finanzierung der deutschen Krankenhäuser verändern. Zudem arbeiten die Benelux-Länder, allen voran die Niederlande, mit flexiblen Arbeitszeiten. Gerade dabei kann Cliniserve TEAM mit dem digitalen Ausfallmanagement eine immense Unterstützung sein kann.

 

Digitalisierung in Österreich

 

Österreich liegt im Bereich Digitalisierung des Gesundheitswesens im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Es ist zwar eine elektronische Patientenakte vorhanden, jedoch bisher nur in Krankenhäusern im Einsatz. Als einziges deutschsprachiges Land besitzt Österreich ein zentrales, öffentliches Gesundheitsinformationsportal. Mit gesundheit.gv.at können Patienten sowohl qualitätsgesicherte, objektive und service-orientierte Informationen zu Krankheiten oder Therapien abrufen, als auch ihren E-Befund abrufen. Durch ein zentrales Koordinationsorgan und gesetzlich festgelegte Zeitpläne für den Ausbau (z.B. elektronische Patientenakte auch an Arztpraxen etc. anschließen) sind gute Voraussetzungen für weitere Fortschritte in Sachen Digitalisierung geschaffen.

 

Digitalisierung in der Schweiz

 

Die Schweiz belegt wie Deutschland die hinteren Ränge. Dort liegt es vor allem am starken Föderalismus und den komplizierten politischen Konstellationen, wodurch die Zusammenarbeit erschwert wird. Die Ziele und nationale eHealth Strategie treffen jedoch mittlerweile bei allen Akteuren auf Einigkeit. In der Schweiz ist nicht nur das Gehalt der Pflegekräfte höher als in Deutschland, sondern auch Ansehen und Wertschätzung. Aufgrund der räumlichen Nähe stellt dies für Deutschland einen weiteren Nachteil bei der Gewinnung von Pflegekräften dar. Im Umkehrschluss wollen aufgrund der fehlenden Wertschätzung und zu niedrigen Bezahlung nur noch wenig junge Nachwuchstalente in diesem Bereich arbeiten. Die Krankenhäuser haben durch die Corona Pandemie Schwierigkeiten, den Pflegekräftemangel und den ständigen Personalausfall koordinieren zu müssen.

Fazit

 

Schlussendlich zeigt sich, dass Deutschland im europäischen Vergleich Nachholbedarf hat. Skandinavien zeigt, dass durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen viel erreicht werden kann. Auch in Deutschland gibt es immer mehr Initiativen in Richtung Digitalisierung, die mit wenig Zeitaufwand in den Krankenhäusern eingesetzt werden können. Ein Beispiel für schnell einsetzbare Lösungen im Krankenhaus sind Cliniserve CARE und TEAM.

 

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/198658/Pflegemangel-im-Krankenhaus-Die-Situation-wird-immer-dramatischer

Josip Cerlek

Josip Cerlek

Durch den Studiengang Gesundheitswissenschaft an der TU München, konnte ich schon theoretische Einblicke in die spannende Welt des Gesundheitswesens gewinnen. In meinem Praktikum bei Cliniserve kann ich dieses Wissen nun anwenden und praktische Erfahrungen sammeln. Speziell der Bereich der Pflege ist ein ständig sich veränderndes Gebiet, in dem ich Fortschritte in Sachen Digitalisierung und Pflegeentlastung mit Cliniserve anstoßen möchte.

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